Unser Interview mit „2025“
Der Twist: wir haben unsere Workshopergebnisse in die KI Claude gepackt und uns dazu interviewen lassen. Hört sich seltsam an? Vielleicht. Aber lies selbst.
Claude stellt die Fragen, wir Antworten!
Von Red-Flag-Reviews über menschenzentrierte Webseiten bis KI und Zukunftsmut.
Claude hat uns für dich gefragt, was sich aus den Workshops ergeben hat und wo es uns für dich hingeführt hat.
Ihr habt zwei intensive Workshops hinter euch gebracht. Was war der Auslöser dafür?
Nadine: Man entwickelt sich ja stetig weiter. Meist in kleinen, für einen selber eher „unauffälligen“ Schritten. Wir hatten am Ende des Jahres eine „Planungswoche 2024“ in der wir das Jahr Revue passieren lassen und unsere Vorstellungen fürs nächste Jahr festhalten. Da haben wir gemerkt, dass wir uns in 2024 stark weiterentwickelt haben und das Ganze besser visualisieren und nach außen tragen müssen.
Weil wir solche Workshops auch mit unseren Kunden machen, lag es nahe, selbst 2 Workshops zur Zielgruppenreview und Außenkommunikation durchzuführen. Danach konnten wir besser ausformulieren, was sich verändert hat und wie wir es kommunizieren möchten.
Was waren die wichtigsten Erkenntnisse aus 2024 – sowohl positive als auch herausfordernde?
Das herausfordernde war die Zeit. Das bekommen wir auch oft von unseren Auftraggebenden mit. In unserem Fall ist unsere Kommunikation im klassischen Agenturgeschäft eher unter den Tisch gefallen. Das ist okay, solange man rechtzeitig merkt, dass man ein Defizit in diesem Bereich hat, kann man aktiv dagegen steuern. Unser Workshop hat uns gut gespiegelt, dass wir unsere Zeit in 2024 nicht auf dieses Thema fokussiert haben. Das wollten wir ändern.
Bleiben wir bei Herausforderungen, wie geht ihr mit schwierigen Situationen um und was habt ihr daraus gelernt?
Sandra: Wo Menschen zusammenkommen, gibt es auch Reibung. Wir haben ein Frühwarnsystem entwickelt, das wir “Red-Flag-Review” nennen. Dabei besprechen wir nach einem Call intern unsere Eindrücke. Wir überlegen, wo Probleme für uns oder Auftraggebende entstehen könnten und wägen ab, ob wir diese Probleme lösen können. Beispielsweise indem wir offen mit dem Auftraggebenden darüber sprechen.
Kommunikation und die Bereitschaft zur gemeinsamen Lösung sind für uns entscheidend. Wenn diese Bereitschaft fehlt, sprechen wir das an und lehnen den Auftrag im Zweifelsfall ab. Es ist nicht leicht, solche Entscheidungen zu treffen, aber durch interne Abstimmung klären wir, ob alle die gleichen Bedenken haben und ob diese lösbar sind.
Zum Glück passiert das selten. Unsere Auftraggebenden sind mehrheitlich auf unserer Wellenlänge und wir können offen sprechen.
Kommunikation ist also der Schlüssel – sowohl intern als auch mit den Auftraggebenden. Wenn wir ehrlich unsere Bedenken äußern und die Reaktion des Auftraggebers sehen, wissen wir, ob es passt oder nicht.
In eurem Workshop kristallisierte sich heraus, dass ihr “Menschenzentrierte Websites” machen wollt. Was bedeutet das für euch?
Sandra: Menschenzentrierte Websites bedeuten für mich Vielschichtigkeit. Klassische UX, also User Experience, beleuchtet menschenzentrierte Websites aus einer bestimmten Perspektive. UX sorgt dafür, dass der User die Informationen findet, die er sucht und auf der Seite geführt wird – sowohl durch Inhalte, als auch Designlösungen.
Für mich gibt es aber noch eine weitere Ebene: den Webseitenbetreiber. Auch wenn es ein Unternehmen ist, sind des doch Menschen im Unternehmen, die die Webseite pflegen und hinter ihr stehen müssen. Nur dann setzen sie die Webseite erfolgreich als Marketing- und Kommunikationsmittel ein.
Es gibt also zwei zentrale Ebenen bei der Gestaltung einer menschenzentrierten Webseite: den User und den Betreiber. Der User soll glücklich gemacht werden und die gewünschten Inhalte finden. Der Betreiber soll es einfach habe und die Webseite gerne zeigen.
Menschenzentriert bedeutet für uns also nicht nur UX aus Sicht des Benutzers, sondern auch eine gute Erfahrung für den Betreiber.
Nadine: Das was Sandra sagt, nur mit anderen Worten 😉
Menschenzentriert sehe ich aus 2 Perspektiven:
Die Kunden/Zielgruppe unseres Auftraggebers:
Wir möchten, dass jeder die Webseite navigieren kann. Also dass wir Konzept und Design auf die Zielgruppe unserer Auftraggeber anpassen, damit diese sich intuitiv auf der Seite zurechtfinden und auch gerne wieder kommen.
Unseren Auftraggeber:
Gleichzeitig möchten wir, dass sich unsere Auftraggeber sich im Backend der Seite ebenso intuitiv zurechtfinden können. Das erreichen wir durch eine Webseitenschulung, die bei uns immer mit dabei ist und auch durch WordPress in Verbindung mit Divi Themes, das einen intuitiven Aufbau des Backends ermöglicht.
Kurzum, der Mensch soll im Mittelpunkt stehen.
KI spielt eine große Rolle in eurem Arbeitsalltag. Wie positioniert ihr euch in diesem schnelllebigen Bereich?
Sandra: Wir nutzen KI-Tools inzwischen in vielen Alltagssituationen. Verschiedene KIs helfen uns, unter anderem Marketing-Ideen zu diskutieren, zu spiegeln und aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Bild-KI-Tools ermöglichen es uns, Use-Cases schnell zu visualisieren und verschiedene Stile zu testen.
Auch für diese Interviewantworten nutze ich KI, aber sicher anders als du denkst. Ich spreche meine Antworten in das Tool Audio-Pen ein. Ich spreche „frei von der Leber weg“ und Audio-Pen transkribieren, lektoriert und zu korrigieren meinen Text. Anschließend überprüfe ich alles noch einmal und ändere hier und da Kleinigkeiten. Was bleibt, ist mein Wissen und mein Wording.
KI ist ein Werkzeug, kein intelligentes Individuum. Die Intelligenz kommt vom Nutzer, also vom Menschen. Das Intelligente in KI bist du selbst!
KI kann also ein sehr effizientes Hilfsmittel sein und unterstützen. Aber es braucht menschliche Intelligenz, um Inhalte richtig zu verstehen, einzuordnen und wiederzugeben. Wenn ich beispielsweise etwas über Kernphysik frage, kann mir die KI viel erzählen, was ich erst mal beeindruckt glaube. In Bereichen, in denen ich selbst Expertise habe, erkenne ich schnell die Fehler der KI und ziehe daraus meine Schlüsse.
Zusammengefasst: KI ist ein spannendes Werkzeug, das den Arbeitsalltag erleichtern kann. Aber es braucht den Menschen, um alles in den richtigen Kontext zu setzen und zu reflektieren. Das lehren wir auch unseren Auftraggebenden in Workshops und Seminaren und auch an online Akademien wie der IHK Akademie Schwaben und t3n Skills.
Man muss lernen, mit diesem Tool umzugehen – genauso wie man lernen muss, Auto zu fahren und Verkehrsregeln zu beachten.
Ihr erwähnt immer wieder „Zukunftsmut“. Was bedeutet das konkret für eure Kunden?
Nadine: Zukunftsmut bedeutet für mich, dass man sich nicht vor Neuerungen verschließt, sich ein bisschen ausprobiert, aber gleichzeitig mit kritischem Blick abwägt, welche der Neuerungen es wert ist, sich darauf völlig einzulassen. Gleichzeitig heißt es für mich, dass man auch mal mutig und mit Volldampf ins Fettnäpfchen treten darf. Nicht alles, was in der Theorie gut funktioniert, lässt sich in die Praxis übertragen und aus Fehlern kann man so viele wertvolle Informationen ziehen. Wer nur Angst vor Fehlern hat, nimmt sich die Chance, dass es gut werden könnte.
Sandra: Zukunftsmut bedeutet für mich, sich gemeinsam mit der Zielgruppe zu entwickeln. Die Menschen der Zielgruppe in den Fokus zu setzen, dabei auch zu beachten, dass Menschen wechselhaft sind können, ihre Bedürfnisse ändern und nicht rein durch Excel-Tabellen darstellbar sind.
Natürlich ist es angenehm, sich auf Zahlen berufen zu können, und teilweise gehört es mit dazu. Doch ist unsere Welt, sind wir Menschen und sind unsere Zielgruppen viel zu komplex, als dass es uns dauerhaft weiter bringt.
Stattdessen ist es viel sinnvoller nah an den Menschen innerhalb der Zielgruppe dran zu sein, Ihre aktuellen Bedürfnisse wahrzunehmen, ihre Struggles, ihre Motivation und draus konstruktives Feedback abzuleiten.
Zukunftsmut bedeutet für mich, sich nicht hinter reinen Tabellenkalkulationen zu verstecken. Es geht darum, die Menschen der Zielgruppe zu begleiten und ihre Bedürfnisse zu verstehen.
Mit der Zielgruppe zu wachsen und sich mit ihr zu verändern, macht den Unterschied aus und beweist echten Zukunftsmut.
Wie wird sich diese neue Ausrichtung auf eure tägliche Arbeitsweise auswirken?
Sandra: Wir haben festgestellt, dass unsere Ausrichtung für uns nicht wirklich neu ist. Neu ist lediglich, dass wir sie jetzt so klar formulieren können und uns ihrer so bewusst sind.
Schon immer haben wir in diese Richtung gearbeitet. Dennoch hatten wir viele Einzelprojekte. Unseren Auftraggebenden war oft nicht klar, dass wir sie langfristig begleiten können. Wir wollen nicht nach dem Go-live einer Webseite abtauchen und nur präsent sein, wenn es brennt. Wir sind Sparringspartner.
Der größte Wandel besteht also darin, dass wir unsere Kunden nun deutlich nachhaltiger betreuen. Ein Beispiel dafür ist unser Format „40-Minutes“. Ursprünglich eingeführt, um Webseiten lebendig zuhalten, ist es zu einem wichtigen Format geworden, in dem wir unsere Auftraggebenden bei der Kommunikation mit Ihrer Zielgruppe begleiten.
Einmal im Monat oder alle zwei Monate setzen wir uns gemeinsam mit Auftraggebenden für fokussierte 40 Minuten zusammen. Wir überprüfen gemeinsam, ob die Webseite die definierten Ziele erreicht hat. Falls ja, planen wir die nächsten Schritte; falls nein, analysieren wir die Ursachen und passen die Kommunikation innerhalb der Webseite, aber auch außerhalb davon an.
Dieses konzentrierte Format hat bewusst einen Zeitrahmen, der für alle Beteiligten regelmäßig realisierbar ist und ohne langes Drum-Herum effektiv an den Zielen arbeitet. Natürlich bieten wir weiterhin unsere kreativen Dienstleistungen im gestalterischen und konzeptionellen Bereich an. Durch unsere klare Ausrichtung können wir unsere Kunden nun aber wirklich nachhaltig und zielführend betreuen.
Was macht euch besonders in diesem neuen Setup? Was ist euer USP?
Sandra: Wir versinken nicht in Excel-Tabellen, sondern legen den Fokus auf die Menschen der Zielgruppe und unsere Auftraggebenden.
Das gilt sowohl für unsere Arbeit mit den Menschen im Unternehmen als auch für die Arbeit für die Zielgruppe. Dadurch entsteht eine tiefere Bindung zu unseren Auftraggebenden, ein besonderes Vertrauensverhältnis und eine effektivere Zielerreichung.
Unser Setup ist ebenfalls besonders: Wir sind keine große Agentur mit vielen Mitarbeitenden, sondern arbeiten nach dem Motto „5HEADz: fünf Köpfe, die dein Projekt richtig gut machen.“
Wer diese fünf Köpfe sind, bestimmt das Projekt selbst. Unser Basisteam besteht aus Nadine als Projektmanagerin, mir für Konzept und Design sowie dem Auftraggebenden. Weitere Teammitglieder wie Werbetexter, Fotografen oder Social-Media-Experten holen wir projektabhängig hinzu.
Dieses flexible Modell erlaubt es uns, Projekte so zu budgetieren, dass alle Beteiligten effizient arbeiten können, ohne unnötige Kosten für unbeteiligte Mitarbeitende. Zudem bringt die Zusammenarbeit mit verschiedenen Freelancern immer wieder frischen Wind und neue Impulse in unsere Projekte. So vermeiden wir den typischen Agentur-Trott und recyceln nicht ständig alte Ideen.
Diese beiden Punkte sind unsere USPs.
Ihr habt dank der beiden Workshops, man könnte sie such Bootcamp nennen, neue Systeme für euch etabliert. Was ist das wichtigste, um neue Systeme wie das Monthly oder die Red-Flag-Review dauerhaft durchzusetzen?
Nadine: Wiederholung und Geduld. Neuerungen in einen bestehenden Alltag zu implementieren, ist schwierig. Ich finde es hilfreich, sich am Anfang genügend Zeit für eine Aufgabe rauszublocken. So kann man sie gewissenhaft erledigen und ist mit dem Ergebnis zufriedener.
Durch die Wiederholungen wird man mit der Zeit immer schneller und die Aufgaben funktionieren automatisch. Klar ist es schwierig, das in einen vollen Arbeitstag zu integrieren. Wenn man da mit größeren Abständen anfängt und sich zu kürzeren Abständen hinarbeitet, ist das hilfreich. Außerdem haben wir uns ein individuelles Belohnungssystem entwickelt.
Nadine: Wir können unsere Ziele klarer definieren und verbalisieren. Außerdem haben unsere Ziele visuell aufbereitet und uns ein Belohnungssystem erarbeitet (da wir in der Hinsicht basically beide wie Hunde funktionieren). In unseren Monthlys verteilen wir also Sticker für erreichte Ziele und unser Gehirn freut sich, wenn wir viele Sticker bekommen. Einfach und vielleicht banal, aber effektiv. Wir halten auch jeden Monat fest, ob uns etwas unter den Tisch gefallen ist. Danach überlegen wir, wie wir die Sache vielleicht anders angehen könnten, um einen Durchbruch in diesem Thema zu erreichen.
Es ist wieder Dezember. Diesmal in 2025 und wir stehen kurz vor dem nächsten Bootcamp, in dem wir das aktuelle Jahr Revue passieren lassen und uns unsere Strategie für das kommende zurechtlegen. Ich freue mich schon darauf.
Wie geht es dir? Möchtest du wieder einen Einblick darin bekommen. Dieses Mal vielleicht in einer anderen Form? Lass es mich wissen: sandra@5headz.de